The Thinking Body Ideokinese nach André Bernard Der Kurs zum Buch "Ideokinese"
Instructor:
Wolfgang Steinmüller, MD
Price:
CHF 420.-
Language:
German
Schedule:
Freitagnachmittag 15-18 Uhr Samstagvormittag 10-13 Uhr Sonntagvormittag 10-13 Uhr
Location:
Bewegungs-Raum, Ottikerstr.40, 8006 Zürich
Date:
09. - 11.10. 2026 Einführungsseminar
19. - 21.02. 2027 Aufbauseminar 1
04. - 06.06. 2027 Aufbauseminar 2
Kursbeschreibung
In drei aufeinander aufbauenden Seminaren werden die im Buch Ideokinese (Bernard, A., Stricker, U., Steinmüller, W.) dokumentierten Vorstellungsbilder systematisch vermittelt und praktisch erarbeitet. Ergänzend werden weitere, bislang unveröffentlichte „Images“ aus dem Unterricht von André Bernard eingeführt. Der Kurs richtet sich an Praktizierende und Lehrende somatischer, körper- und bewegungsbezogener Methoden, die ihr Verständnis der Wirkmechanismen ihrer eigenen Praxis vertiefen möchten.
Im Zentrum steht das eigene leibliche Erleben der Vorstellungsbilder und deren Wirkung auf Haltung, Bewegung und Tonusregulation. Dieses erfahrungsbasierte Lernen bildet die Grundlage für eine differenzierte Reflexion somatischer Lernprozesse und deren didaktische Gestaltung.
Ein bewegendes Gehirn in einem denkendem Körper!
Theoretischer und historischer Hintergrund
Die Ideokinese wurde von Mabel E. Todd (1880–1956) begründet und erstmals systematisch in ihrem Werk The Thinking Body (1937) dargestellt. Todd verband anatomisch-physiologische Kenntnisse mit der gezielten Arbeit durch Vorstellungsbildern, die regulierend auf die Skelettmuskulatur und die Organisation von Bewegung wirken. Ihre klare Darstellung biomechanischer Zusammenhänge ist bis heute für zahlreiche somatische Methoden relevant.
Todds Ansatz wurde von ihren Schülerinnen Barbara Clark und Lulu Sweigard weiterentwickelt und in unterschiedliche Praxisfelder übertragen – von Clark vor allem in therapeutische Kontexte, von Sweigard in die Arbeit mit Tanzstudierenden (u. a. an der Juilliard School). André Bernard, der über viele Jahre an der New York University Tanz- und Schauspielstudierende unterrichtete, vertiefte diesen Ansatz durch seine enge Zusammenarbeit mit Clark und Sweigard. Wolfgang Steinmüller wiederum hatte das Glück, ihm zu begegnen und mit ihm und Ursula Stricker das Buch "Ideokinese" zu veröffentlichen, das auf Protokollen seines Einführungs- und seines Aufbauseminars basiert.
Inhalte und Lernziele
Die Teilnehmenden lernen zentrale Vorstellungsbilder der Ideokinese nach Todd kennen und praktisch anzuwenden, entwickeln ein vertieftes Verständnis der anatomisch-physiologischen und biomechanischen Wirkzusammenhänge, reflektieren die Rolle von Imagination und Aufmerksamkeit in somatischen Lernprozessen,prüfen die Übertragbarkeit der Arbeit mit Vorstellungsbildern auf die eigene somatische oder pädagogische Praxis, gewinnen Impulse für die didaktische Gestaltung von Lernprozessen in Bewegung, Therapie oder Unterricht.
Didaktischer Ansatz
Der Kurs verbindet angeleitete Selbsterfahrung, praktische Übungen, gemeinsame Reflexion und theoretische Einordnung. Die Arbeit orientiert sich eng an den Originalmaterialien und macht Mabel Todd´s Methode über 100 Jahre nach deren Entstehung erlebbar. Ziel ist ein differenziertes Verständnis des Zusammenspiels von Wahrnehmung, Vorstellung, Bewegung und Lernen – im Sinne eines „denkenden Körpers“, wie ihn Mabel Todd beschrieben hat.